Episode Transcript
[00:00:00] Speaker A: Der Krieg der Medien, so heißt das Buch vom Autoren Martin Andre und der war gestern, also für die Hörer letzte Woche, also für uns gestern, ich komme immer durcheinander mit diesen Uploadzeiten bei uns beim GMK und hat einen ganz tollen Vortrag gehalten, Der Christian und ich, wir waren da. Hallo Christian.
[00:00:16] Speaker B: Hi Hannes.
[00:00:17] Speaker A: Der Uli war nicht da und ist total neugierig darauf, was denn der Krieg der Medien überhaupt ist und was der Martin Andrea alles erzählt hat und das erzählen wir dir heute. Hi Uli.
[00:00:27] Speaker C: Ja, super cool. Ich bin sehr gespannt. Hallo Leute, ich habe das ja alles auch ein bisschen mit vorbereitet, das ganze Treffen und so weiter und so weiter, aber konnte dann leider nicht dabei sein, weil ich ja nun mal hier in London bin und nicht nach Köln kurz gejetet bin. Also ja, ich kann es nicht abwarten.
[00:00:41] Speaker A: Genau, bevor wir tief einsteigen, vielleicht eine kurze Vorstellung an den nicht anwesenden Martin Andre, Krieg der Medien, Social Media, Es geht ja vor allem auch um die großen Tech Konzerne, das was sie machen, nämlich die sozialen Medien und Amazon war da auch mitgenannt, also die Monopolisten, die ihre Position als Monopolisten relativ schamlos ausnutzen und sehr, sehr viel Macht anhäufen und uns da zu sich zurecht manipulieren. Und Martin André ist tatsächlich seit Jahren unterwegs, auch mit der Wirtschaft und mit der Politik am Sprechen und sagt, passt mal auf diese großen Unternehmen, das ist gar nicht so geil, was die da machen und und er findet nach eigenen Aussagen relativ wenig Gehör und er hat gesagt, dass wir alle relativ dumm sind, das habe ich mir behalten. Alles andere.
Nein, ich glaube nach allem, was er erklärt hat, hat er sogar recht.
Das klären wir alles in dieser heutigen Folge. So, also erstmal Martin Andre haben wir gesagt, schon doch auch relativ bekannt, Prominenz bei uns im Verein sozusagen, also nicht im Verein selber, sondern zu Gast im Verein.
Wie kam es dazu, dass wir das machen wollten und dass wir das gemacht haben, mit Martin Andre zu sprechen?
[00:01:52] Speaker B: So wie ich das in Erinnerung habe, war das so, dass sein Buch, ich glaube, das ist im August rausgekommen, jetzt das jüngste seiner Bücher und das ist dann irgendwie bei uns durch den Verein geschwapst. Ich meine, als erstes wäre es der Gregor und dann vielleicht der Oliver gewesen oder sowas, die davon erzählten. Und das hatte eine sehr düstere Konnotation, fand ich noch. Mir war es fast ein bisschen zu düster bis ich es selber gelesen habe und ich glaube, Uli, wir haben es parallel gelesen und uns dann so per WhatsApp ein bisschen runtergezogen, als wir dann festgestellt haben, wie schlüssig der argumentiert und was uns so im Alltag tatsächlich gar nicht aufgefallen ist.
[00:02:27] Speaker C: Ja, ganz genau. Und also die Steffi darf man natürlich nicht vergessen, weil die Steffi hat sich den André dann gekrallt auf einer Veranstaltung und hat doch mal direkt gefragt, ob der nicht mal bei uns auch zu Gast sein will. Und so ist das dann alles entstanden und tatsächlich, ja.
[00:02:44] Speaker B: Super netter Typ, also super sympathisch, super offen. Das haben wir auch im Vorfeld ja schon gemerkt irgendwie, also dass man den einfach anfunken kann und hör mal, kannst du nicht mal vorbeikommen und uns da ein bisschen deine Perspektive teilen?
Habe ich jetzt so nicht unbedingt erwartet.
Und so ist er in der Kommunikation vorher gewesen und so war auch der ganze Abend super engagiert, ganz klar. Da brennt einer für das Thema und hat uns, glaube ich, alle sehr erreicht.
[00:03:12] Speaker C: Also Hannes, ich weiß nicht, ob du jetzt hier die Moderation vorbereitet hast und uns da so durchlotsen willst, aber ich brenne ja darauf erstmal zu wissen, wie viele Leute waren denn da?
[00:03:21] Speaker B: Sag mal 50 plus minus, hätte ich.
[00:03:23] Speaker A: Jetzt auch gesagt, 45 50 so um den Dreh rum, gut gefüllt.
[00:03:26] Speaker B: Auf der Webseite machen wir bestimmt auch ein paar Fotos, wurden viele Fotos gemacht. Ich fand so genau richtig, also auch in der Diskussion später, gab einen guten Austausch, wenn es danach geht, hätte man auch noch zwei Stunden länger sprechen. Können, aber insgesamt waren es, glaube ich, was war Hannes, Was waren es? 2, 15 oder sowas?
[00:03:43] Speaker A: Ziemlich genau zwei Stunden. Der reine Vortrag ging 45 Minuten und dann haben wir wirklich noch über eine Stunde lang, Christian kam gar nicht hinterher, die ganzen Fragen zu moderieren und zu deuten, wer als nächstes dran ist, weil alle wirklich sehr, wie ich das Gefühl hatte, aufgerüttelt waren von dem Vortrag, von den Themen und sehr viel auch teilweise zu sagen hatten oder eben aber auch Fragen und Sorgen rausgelassen haben. Eine wirklich sehr spannende Diskussion, die noch mal den Vortrag fast noch in den Schatten gestellt hat.
[00:04:15] Speaker C: Also ich glaube, für die Hörer müssen auch noch mal ein bisschen, jetzt noch mehr, die müssen ein bisschen abholen mit dem Inhalt des Buches oder war denn waren die 45 Minuten Vortrag von ihm an die Leute oder was Genau, unterstützt.
[00:04:29] Speaker A: Mit Folien, Um das jetzt mal inhaltlich zusammenzufassen. Ich probiere es einfach mal. Also Martin Andre, das war noch nicht das erste Buch, was er geschrieben hat. Martin Andre hat vor einer Weile, ich glaube, das hieß der Atlas der Medien und da hat er in einem großen Forschungsprojekt die Ströme, den Traffic der verschiedenen Internetseiten voneinander zueinander in einen Atlas gepackt. Also sehr viel da geforscht, wo die Aufmerksamkeit der Leute hingeht im digitalen Zeitalter und konnte relativ klar uns zeigen, letztendlich geht das Auf die großen 5, 6 Seiten, das Facebook und Instagram, also der Metakonzern, da ist natürlich Google, Amazon war dabei, YouTube, was auch zu Google gehört, also da bleibt nicht mehr viel.
Und er nannte den Rest, nämlich eben die anderen 99,7 Prozent des Internets, den Friedhof, wo letztendlich, was Aufmerksamkeit angeht, im globalen Spektrum nicht mehr viel ist. Und aus dieser Analyse, aus dieser Situationsbeschreibung gingen halt sehr viele Schlussfolgerungen aus, wo er uns dann ganz klar gezeigt hat, das ist jetzt gar keine Dystopie, die er uns da vorstellen möchte, sondern das ist tatsächlich einfach eine aktuelle Bestandsaufnahme, wo man sieht, dass eben die Konzerne so Dinge. Was mir in Erinnerung geblieben ist, ist zum Beispiel, du kommst aus den Apps nicht mehr raus, selbst wenn du so Outlinks hast, du gehst ja nicht in deinen Browser und öffnest was, sondern du öffnest einen internen Browser und sobald du das wieder zumachst, bist du quasi wieder in dieser App gefangen.
Das war so ein Punkt, der mir auf jeden Fall hängen geblieben ist. Da gab es noch ganz viele andere Punkte, die er uns beschrieben hat, wo wir gemerkt haben, stimmt, das ist gar nicht so cool.
Ja, Christian, was hast du noch, was hast du so mit aufgeschnappt?
[00:06:18] Speaker B: Das Schockierende dabei war halt, dass das quasi, also für mich, ich spreche über mich quasi unbemerkt passiert ist. Also jetzt hatte ich das Buch, oder wir hatten das Buch ja vorher schon gelesen und deshalb war das jetzt nicht alles total überraschend, Es war aber trotzdem mega geil aufbereitet. Da hat er halt einfach auch Top Folien, die halt das dann sehr gut rausgearbeitet haben.
[00:06:41] Speaker C: Warte, kann ich ganz kurz unterbrechen, weil wir müssen noch mal kurz sagen, was denn überhaupt die Gefahr bei der ganzen Sache ist. Ich glaube, das kam jetzt nicht so ganz rüber oder wolltest du dahin? Also für den Hörer, der den Mann nicht kennt und das Buch nicht kennt, glaube ich, muss noch mal gesagt werden.
[00:06:54] Speaker A: Dass.
[00:06:57] Speaker C: Die Gefahr, wenn die ganzen Monopolisten hier die komplette Aufmerksamkeit der Bevölkerung hat, ist, dass die demokratischen Gefüge eben auseinander.
Das heißt, wenn du das Ohr von 90 Prozent der Leuten hast und das mit Algorithmen steuern kannst, was du denen und wie du denen eine Botschaft vermittelst, dann ist das die Meinungsmache und damit kannst du lenken, was in der nächsten Wahl passiert. Also ich glaube, das ist für mich so das große Problem, was er aufzeigt und was mir vorher auch noch nicht, was ja irgendwie klar auf der Hand liegt. Aber er hat sehr greifbar gemacht. Sorry Christian, da wollte ich noch mal, bevor wir da weiter geredet haben, wie das jetzt war und so, wollte ich das noch mal diese these sozusagen darlegen und der Mann hat da verdammt recht mit und jetzt mal gucken, wie wir damit umgehen. Aber weiter.
[00:07:54] Speaker A: Genau, eine Gefahr für die Demokratie und dann immer an wirklich sehr schönen, einfachen Beispielen, also Gefahr für die Demokratie. Hallo, Elon Musk hat die AfD unterstützt auf X. So, das ist relativ offensichtlich, dass das nicht unbedingt demokratiefördernd ist.
[00:08:08] Speaker B: Er nannte das dann, wie hat er es genannt, Digitalokratie.
Und das Schockierende dabei war halt die Erkenntnis, dass wir da halt schon sind.
Und man denkt halt sonst immer so, ja wieso? Der Alltag ist doch eigentlich, ist ja eigentlich alles so wie immer, aber das ist halt eigentlich nicht der Fall. Also diese Konzerne, die dann im Prinzip die Aufmerksamkeit im Internet kontrollieren, das ist ja nicht nur, wie du jetzt gesagt hast, die Steuern im Zweifelsfall, welche Meldungen oder welche Perspektiven von politischen Parteien jetzt überhaupt bei uns ankommen, sondern das ist ja auch die Steuern auch wo gekauft wird und was gekauft wird und zu welchen Bedingungen gekauft wird. Und also es ist streng genommen alles völlig klar. Also da darf man eigentlich nicht überrascht sein, aber es fällt im Alltag halt nicht auf. Und ich war dann schon ein bisschen bedrückt, muss ich ganz ehrlich sagen.
[00:09:02] Speaker A: Ich finde ein Beispiel, was bei ihm jetzt gar nicht so groß rauskam, was bei mir aber persönlich sehr gut ankommt, ist tatsächlich Uber Airbnb, auch so ein bisschen Airbnb und die Problematik mit den Mietwohnungen in Städten, die einfach nicht mehr vermietet werden, sondern als Ferienwohnung herhalten müssen. Genauso wie Uber mit den Taxifahrern. Das sind so Dinge, wo ich für mich persönlich gemerkt habe, ich sehe, dass dieser Digitalkonzern Schaden anrichtet. So, das war für mich waren die ersten, wo ich dann wirklich gesagt habe, nee, ich habe gar keinen Bock, Uber Apps zu installieren, weil ich finde das doof.
Das waren tatsächlich keine von den Beispielen, die jetzt da in dem Vortrag vorkamen. Da ging es vor allem natürlich um die sozialen Medien.
[00:09:48] Speaker B: Bevor diese sozialen Medien oder die Verbindung zwischen diesen Konzernen und der Politik, wie es jetzt gerade passiert, irgendwie gab, da war das so, da wurden Wahlkämpfe in der Mitte gewonnen.
Das heißt, egal welche Couleur du da jetzt hattest, CDU oder SPD jetzt hier, wenn wir über Deutschland sprechen, du konntest eine relevante Mehrheit nur kriegen, wenn du die in der Mitte gefunden hast. Und jetzt passiert aber Folgendes Durch die sozialen Medien zerbricht der Konsens der Gesellschaft in kleinere Bubbles. Es gibt nicht mehr die eine Mitte, wo man sich dann im Prinzip auf einen Kompromiss einigt und auch eine so starke Mehrheit hat, dass du auch wirklich gegen wirtschaftliche Interessen anstinken kannst. Das gibt es gar nicht mehr. Mittlerweile haben wir ja nur noch Parteien, die sind ja froh, wenn die 15, 20, 18 irgendwie Prozent haben oder wenn du nach Holland guckst auf einmal Dann, keine Ahnung, 20 Parteien im Parlament und die brauchen neun Monate, um überhaupt eine Regierung zu finden, die dann nach drei Monaten wieder auseinanderfällt. Da bewegen wir uns ja gerade erst drauf zu. Und da kann man sich Ja, aber was soll das denn? Und die Antwort ist ganz einfach, wenn es keine große Mehrheit mehr gibt, dann gibt es auch keine demokratische Entscheidung mehr darüber, die sagen kö Achtung, Facebook oder Meta. Wir wollen aber nicht, dass ihr mit Content Geld verdient und nicht dafür haftet, was ihr da macht. Zum Beispiel. Das war auch so ein Beispiel, was er immer brachte. Das ist mir auch erst im Verlauf des Abends noch mal so richtig klar geworden, dass das beides zusammengehört. Also, dass wenn du jetzt die Zeitung aufmachst und sagst scheiß, was ist denn hier los? Warum hat die AfD XY Prozent oder sowas? Wie kann das denn sein? Dann ist das nicht so huch, ja, keine Ahnung, Geschichte wiederholt sich. Sondern das liegt daran, das liegt daran, dass der Konsens der Gesellschaft von sozialen Medien gerade zerbrochen wird mit dem Ziel genug gemeinsame Mehrheit zu verhindern, um zu verhindern, dass Regeln geschaffen werden, die das kontrollieren oder die das begrenzen. Hatte da geiles Beispiel, der meinte, wenn jetzt zum Beispiel im Fernsehprogramm, wenn da jetzt auf einmal RTL 90 Prozent des Traffics hätte, dann würde sofort ein Staatsrundfunkvertrag greifen und sagen, nee RTL, das geht nicht, du kannst nicht 90 Prozent haben, du darfst nur, keine Ahnung, was da drin steht, 30 Prozent.
Da gibt es Mechanismen, die einfach verhindern.
[00:12:10] Speaker A: Dass es Meinungsmonopole gibt.
[00:12:13] Speaker B: Meinungsmonopole gibt. Und hier ist Aber so, YouTube hat keine Ahnung wie viel Prozent des Meinungsmonopols oder whatever, TikTok, scheißegal.
Und das haben wir noch nicht mal auf dem Zettel.
[00:12:25] Speaker C: Und das perfide bei der ganzen Angelegenheit ist ja, dass die es sogar geschafft haben, irgendwie durch die Hintertür, also hochoffiziell natürlich und mit allem dazugestimmt, dass es gesetzlich verankert ist, dass sie dafür gesetzlich eben nicht belangt werden können für dieses Monopol, was ja eigentlich nicht geht. Dafür ist ja dieses Gesetz da, dass man keine Monopolbildung hat aus gutem Grunde.
Und das ist, aber das haben die, ich weiß nicht genau, ich weiß die Details nicht, er beschreibt das da ganz gut, aber die haben das geschafft, dass es gesetzlich verankert ist, dass die nicht belangt werden können, was ja schon mit Sicherheit die wenigsten Leute wissen, was aber ja unglaublich riskant, unglaublich schlimm ist.
[00:13:10] Speaker A: Genau. Und das ist die Sauerei an der ganzen Sache, dass ein großer Konzern wie Meta sagt, naja, wir sind ja kein Medium in dem Sinne, wir sind nicht der Anbieter der Inhalte, das machen die Kunden schon selber, das heißt, wir können dafür nicht haften.
Wir sind aber auf der anderen Seite jetzt auch nicht der reine Dienstleister, das Netz sozusagen, wir sind nicht Kabel Deutschland, die quasi einfach nur den den Zugang legen, was nämlich im klassischen Rundfunk bei den Medien immer getrennt war, die Inhalteanbieter und die Netzbetreiber.
[00:13:42] Speaker C: Aber genauso werden sie.
[00:13:43] Speaker A: Ja genau, irgendwie sind sie beides, aber wenn es sie stört, berufen sie sich darauf, dass sie es nicht sind. Und wenn sie aber Geld verdienen, machen sie das auf beide Arten.
[00:13:49] Speaker C: Genau das, genau das, ganz genau.
[00:13:52] Speaker A: Jetzt habe ich aber einen Kritikpunkt, den ich hier an dieser Stelle loswerden will.
Meinungsmonopol, es sind Monopole, aber es sind in dem Sinne keine Meinungsmonopole. Ihr habt ja eben gesagt, der Konsens wird zerstört, irgendwie hat jeder seine eigene Meinung. Es gibt keinen Konsens mehr. Wir haben das Glück, dass wir in Deutschland natürlich irgendwie nach dem Krieg mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer so eine Art sehr starkes Leitmedium hatten und wenige, auch wenn es unfunkrechtlich verboten ist, mehr als 30 Prozent Marktanteil zu haben, gab es wenige Leitmeinungen. Das heißt, wir waren immer sehr gut geführt in unserer Meinung, ohne dass wir da jetzt irgendwie das schlecht reden müssen. Das war immer sehr solide, die die öffentlich rechtlichen, Rundfunk war immer sehr stark, der private Rundfunk war immer relativ wenig politisch und wenn dann vielleicht ein bisschen mehr, bisschen weniger linksliberale als die öffentlich rechtlichen, aber solide, so dass wir jetzt kein Leitmedium mehr haben, sondern irgendwie tausend kleine Dinge.
Jeder hat seine eigene Meinung, jeder meint auch seine Meinung irgendwie stark vertreten zu müssen. Das ist mit Sicherheit auch Mitschuld der Social Medias. Aber dass jeder seine eigene Meinung haben muss, kann und vertritt, ist eigentlich in dem Grundprinzip weniger ein Problem der Konzerne als tatsächlich der Demokratie selber.
Wow, also das tut mir jetzt auch leid, dass ich das so sagen muss.
[00:15:16] Speaker B: Aber komm herausschneiden ist kein Problem. Hannes.
[00:15:17] Speaker A: Nee, nee, ein bisschen. Ich stehe ja dazu. Bisschen so ist es ja.
Ich formuliere das noch mal andersrum. Mein Kritikpunkt oder die Frage, die ich mir gestellt habe, als er das gesagt hat, war, ist es jetzt grundsätzlich schlecht, dass es tausend verschiedene Meinungen gibt, jeder seine Meinung auch sehr stark vertritt und es zu keinem Konsens mehr kommt? Oder ist das tatsächlich ein Problem, das Demokratie ohne Leitmedium leider irgendwie anders lösen muss?
[00:15:45] Speaker C: Also das Problem ist ja nicht, dass die vereinzelte Meinungen da sind, das hast du ja immer schon gehabt, aber die Amplification, die Verstärkung von der von den Meinungen durch die Algorithmen, das ist ja das Problem. Und das ist ja da, wo die großen Konzerne am Hebel sitzen. Das heißt, wenn die irgendeine Meinung gut finden, dann können die das, dann verstärken die das, wie sie wollen. Wenn sie irgendwas nicht hören wollen, dann wird das stumm geschaltet.
Deshalb funktioniert es ja auch nicht mit dem ganzen Wir sind nur das Medium, hier huschen die Nachrichten durch. Ich verstehe euch, wie die damit durchkommen können, verstehe ich nach wie vor nicht. Aber die sagen halt, wir haben nichts damit zu tun, wobei es genau die sind. Der Algorithmus, den die steuern, der die ganzen Nachrichten halt verbreitet an die entsprechenden Leute.
[00:16:34] Speaker A: Das ist vollkommen richtig. Und ich würde da jetzt mal X, ehemals Twitter ausklammern, da ist es auf jeden Fall so, das haben wir ja durch Elon Musk mehrfach mitgekriegt, True Social, das Ding von Donald Trump ist genauso. Also das muss man auf jeden Fall sagen.
Selbst bei Meta und Facebook und Instagram könnte ich da noch mitgehen und sagen, ja, irgendwie haben die auch eine eigene Agenda. Wenn ich jetzt mir aber YouTube zum Beispiel angucke, würde ich behaupten, die sind jetzt nicht unbedingt dafür bekannt, politisch in irgendeine Richtung zu gehen.
Da wäre tatsächlich die Frage, ja bitte.
[00:17:08] Speaker B: Sorry, die, also ich sympathisiere mit dem, was du sagst, emotional, aber ich sage.
[00:17:17] Speaker A: Das auch nicht aus voller Überzeugung, sondern ich sage das als Feststellung.
[00:17:19] Speaker B: Der Konstruktionsfehler ist hier, also wir Menschen, wir haben nur eine begrenzte, ein begrenztes Aufmerksamkeitsfenster und ich mache jetzt mal, bevor es Social Media gab, da gehe ich halt hin, kaufe meine Zeitung, ich suche mir noch so eine von den 20 Zeitungen aus, wo ich mich so politisch irgendwie wiederfinde und dann habe ich da professionelle Journalisten, die dann tatsächlich selektieren und die entscheiden halt, ob der Reissack in China, der umgefallen ist, auf der Titelseite steht oder dass Boris Becker gewonnen hat oder dass leider irgendwo ein Krieg ausgebrochen ist, kann man darüber diskutieren, was hat die dazu legitimiert, blablabla und so weiter.
Dieser Mechanismus ist jetzt ersetzt worden, also quasi journalistische Relevanz, was immer das sein mag, ist jetzt ersetzt worden durch Aufmerksamkeit. Das heißt, es wird jetzt das ausgespielt, was scheinbar die größte Aufmerksamkeit erzeugt. Und zwar ganz einfach deshalb, weil die Konzerne wollen, dass wir möglichst lange im Medium drin bleiben. Und wenn ich dann nur langweiliges Zeug sehe, was mich leider nicht interessiert oder aufregt, dann verlasse ich halt die Plattform und mache irgendwas anderes wollen.
Und dadurch werden jetzt auf einmal, also wird auf einmal journalistische Relevanz mit Aufmerksamkeit ausgetauscht. Und das ist die Todesspritze für eine Demokratie, weil das führt einfach dazu, dass halt im Hochkommen, ich sage jetzt einfach mal so, da kommt halt irgendein Nachfahre von John F. Kennedy daher, der der Meinung ist, dass man irgendwie, ich habe es vergessen, Irgendein Bullshit, dass durch Impfung dieses passiert und durch Trinken von jenem Mittel jenes passiert. Kompletter wissenschaftlich erwiesener Schwachsinn, der gefährlich ist, der wird ausgespielt. Die Leute sind gerade super frustriert, weil sie halt, was weiß ich, eine hohe Inflation haben oder generell irgendwie schlecht gelaunt sind, regen sich darüber auf. Da sagt ja genau dieses Herrschaftssystem ist alles ganz doof, liken das dann und schwupps, auf einmal lesen unbedarfte Leute, die eigentlich da ganz neutral waren, lesen halt nicht mehr, hör mal, es macht Sinn, dich gegen Tetanus zu impfen, sondern die lesen auf einmal, ja durch Impfung wird ja auch Autismus irgendwie ausgelöst oder sowas und lassen sich nicht mehr impfen und da zerbricht es dann halt. An der Stelle ist das Kind im Brunnen.
[00:19:25] Speaker A: Ja, also klar, so offensichtliche Falschinformationen, die auch noch von offiziellen Politikern verteilt werden.
Wir könnten grundsätzlich darüber reden, ob vielleicht Politik in Social Media einfach verboten werden müsste, weil das meiner Meinung nach, das ist übrigens ein Punkt, den hat China jetzt eingeführt. Wenn du Influencer bist und du willst einen Kanal betreiben und wirst ein Thema beschreiben, musst du nachweisen, dass du darin eine Ausbildung hast, zertifiziert von der Kommunistischen.
[00:19:51] Speaker B: Partei in Peking.
[00:19:56] Speaker A: Das unabhängig von China. Aber die Idee ist ganz gut. Also wenn du einen politischen Social Media Blog betreiben willst, musst du Journalist sein. Wenn du Kochkurse anbieten willst in Social Media, musst du ausgebildeter Koch sein. Die Idee finde ich gut.
[00:20:12] Speaker C: Also ich glaube, jetzt haben wir 20 Minuten über das Buch diskutiert und ich glaube, das Problem ist schön durchgekommen und alles. Wir sind ja die KI und müssen das Ganze jetzt ein bisschen in die KI Richtung drücken.
[00:20:23] Speaker B: Ganz kurz, vielleicht schließen wir noch kurz ab. Ich weiß nicht, Hannes, wie es dir emotional gegangen ist in dem Vortrag.
Das ist alles sehr deprimierend.
Ich fand es am Ende des Tages, aber es war schon tough, das so quasi auf der Bühne noch mal in Echtzeit zu bekommen. Aber ich fand es trotzdem noch mal ein bisschen optimistischer, als das Buch jetzt schlussendlich endete. Und die hatte auch eine großartige Folie gehabt, wo irgendein Vogel, Kanarienvogel, whatever, saß in einem goldenen Käfig und die Tür war aber auf und das war so okay, da sah man schon, okay, jetzt kommt auch mal irgendwie der Versuch einer positivistischen Deutung. Er sagte, nä noch leben wir in einer Demokratie, wo wir uns selber die Regeln geben und auch allen Konzernen die Regeln geben. Und wir sitzen zwar in diesem Käfig, der ist auch golden und wir genießen das und wir sitzen ja schon so lange drin, dass wir längst vergessen haben, dass es da draußen auch noch eine Welt gibt. Aber die Tür ist auf, wir können frei entscheiden, ob wir das so haben wollen oder nicht. Der Käfig ist jetzt noch nicht zu. Und dann hatte er nämlich, ich habe mir das immer aufgeschrieben, er hatte dann so 4, 5 Punkte, ich weiß nicht, ob ich mal ganz kurz eben kurz runter beten kann irgendwie, wo er gesagt hat, eigentlich ist es ganz einfach theoretisch. Also wenn wir wollten als Gesellschaft und Politik, dann könnte man das auch ohne jetzt irgendwie, ich sage jetzt einfach Meta zu verbieten oder eine große Revolution zu machen, durch ganz simple, es waren vier, fünf, sechs Regeln oder Gedanken, wenn man die umsetzen würden, dann würde man das System wieder so offen und fair machen, dass sich diese Monopole ganz automatisch in ein pluralistischeres System weiterentwickeln würden. Und das fand ich cool. Ich weiß nicht, macht das Sinn? Soll ich mal kurz hier irgendwie?
[00:22:12] Speaker C: Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Ich glaube, das muss jetzt sein, weil ich halte das ganze Thema für super wichtig und die wenigsten Leute machen sich da Gedanken drüber. Und genau wie du sagst, das Buch, das wird nicht so ganz klar in dem, was man denn jetzt machen muss. Und wenn der jetzt noch mal fünf Punkte genannt hat, dann bitte, dann bin ich immer auch mal interessant.
[00:22:30] Speaker A: Ich kann dir mindestens einen davon sagen. Ganz offensichtlich offene Standards sein Beispiel war, naja, wenn du eine E Mail schickst, dann geht die von Web an Gmail de Com, das ist gar kein Problem. Und wenn du ein Video veröffentlichst, dann sollte das genauso auf Instagram wie auf TikTok wie auf sonst wo passieren können, ohne dass du eben in einer Plattform eingesperrt bist. So und wenn du offene Standards hast und als Künstler, als Video Macher quasi da frei agieren kannst, genauso wie als Zuschauer, dann bist du halt eben nicht eingesperrt in so eine Plattform. Dadurch unter anderem wird sich das das.
[00:23:09] Speaker B: Monopol lösen können auf eine Standards war so ein Riesending. Genauso wie du jetzt von Gmx auf Gmail umziehen kannst und von da aus nach Outlook kommen oder irgendwie sowas, müsstest du eigentlich auch sagen können, okay, ich bin Influencer, ich habe hier mein Video auf YouTube, ich habe keine Lust mehr auf YouTube, ich drücke jetzt auf den Knopf und hilft mir einer, ich wechsel jetzt zu, wie heißen die anderen?
Ja genau, dann drücke ich auf den Knopf und dann schwupps, ziehe ich mit meinem, ziehe ich mit meinen Videos und meinen Followern und quasi meinem Traffic ziehe ich einfach um. Das fand ich klar, technisch nicht ganz so trivial, aber definitiv möglich. Und der Vergleich mit E Mail fand ich super oder Telefon, ist mir doch egal, Ob du ein iPhone hast oder Samsung oder whatever, da gibt es einen Standard. Und wenn du meine Nummer wählst, dann ist dir egal, welches Gerät ich habe. Also wenn es jetzt ums Telefonieren geht, bei mir klingelt das Telefon, super Sache. Was hat er noch gesagt? Hier das mit dem, die dürfen uns nicht einsperren. Es ist nicht, es ist nicht in Ordnung, dass ich, wenn ich jetzt irgendwie auf Facebook oder wo unterwegs bin oder LinkedIn, ich habe dann Post in dem Moment, wo ich einen Link reinschreibe und sage, ich habe einen coolen Artikel geschrieben, klick mal und dann landest du aber auf einer ganz anderen Webseite und bist raus aus LinkedIn. Ist es nicht in Ordnung, wenn dadurch einfach mein Post auf LinkedIn keinen Traffic mehr bekommt, weil die nicht wollen, dass der ausgespielt wird, weil die nicht wollen, dass die Leute irgendwo hinklicken. Nicht in Ordnung. Muss geahndet werden, muss verboten werden.
Hannes, du hattest eben schon gesagt, hier Trennung von Übertragungsweg und Content, super Sache. Auch wieder geiles Beispiel von ihm. Genau wie das Telefonnetz liberalisiert wurde irgendwann in den, wann war es ERN irgendwie vorher nur Telekom, super teuer, super unflexibel, super doof. Danach auf einmal, du hast das Netz und dann hast du Anbieter und du bist entweder Netz oder du bist halt jetzt Provider da drin. Genauso könnte man das hier im Bereich Social Media auch machen und dann nur ganz schnell noch, dann hatten die halt die Obergrenze, Es muss Begrenzung geben, es darf keine Monopole geben, auch jetzt nicht so überraschend, eigentlich ein Grundprinzip in unserer sozialen Marktwirtschaft.
Und dann, Hannes hat es eben auch schon gesagt mit der Haftung, Du darfst nicht, du kannst nicht sagen, gut, ich schalte hier mal Nazi Propaganda irgendwie rein, weil die trendet gut, da regen die Leute sich ordentlich auf, da kann ich viel Werbung einschalten und da kriege ich ordentlich Kohle mit, aber ich habe da nichts mehr zu tun. Ich habe keine, ich habe keine Nazi Propaganda gemacht, sondern ich habe einfach nur Videos andere Leute einstellen lassen. Und da sagt er halt eigentlich alles no brainers müssen wir eigentlich sowieso schon längst haben, haben wir aber nicht. Und wenn man das aber machen würde, dann sagt er halt, dann würde ganz automatisch, wenn wir es offen hätten, wenn es Standards gäbe, wenn man umziehen kann, wenn die einen nicht hier einsperren würden und so weiter, wenn es Obergrenzen gäbe, wenn die Leute haften würden, da wird ganz automatisch ein neues Ökosystem entstehen. Und dann hätten wir diese ganze Diskussion nicht.
Fand ich super.
[00:25:57] Speaker C: Okay, das ist noch mal geil zusammengefasst auf jeden Fall. Und leider das große Problem dabei wird natürlich sein, dass die sich schwer wehren werden, die Googles und die Metas und alle anderen.
Da könnte man ja und dann machen wir halt das Gesetz. Also wie er auch schon erklärt hat in dem Buch, wie schon die ganzen Konzerne, Amazon und Google in unsere Demokratie mit eingepflanzt, in die Behörden mit integriert ist. Also wenn die dann mal kurz sagen, ja, wenn wir jetzt unsere Links nicht mehr schützen dürfen, dann drehen wir euch da den Hahn ab oder dann wird es halt teurer da für euch oder weiß der Geier was. Also es ist wirklich nicht trivial, wie man aus der Sache rauskommt. Aber das sind schon mal gute Punkte zusammengefasst.
[00:26:38] Speaker B: Das Traurige ist, ohne jetzt hier die Stimmung noch zu drücken, das ist halt so, da war so ein Hauch von Zuversicht. Gleichzeitig schließt sich das Zeitfenster möglicherweise hat sich schon geschlossen. Also jetzt ganz, ganz, ganz konkret hier auf Deutschland bezogen.
Wir haben da jetzt eine neue Regierung, die ist seit jetzt, keine Ahnung, vor einem Jahr gewählt worden, seit Anfang des Jahres dran. Die haben ihre Agenda abgestimmt, die hatten jetzt vor ein, zwei Wochen, irgendwann hatten sie diesen großen Gipfel, es geht um digitale Souveränität. Frankreich war da, die da so ein bisschen empfindlicher sind, schon viel länger als wir und eigentlich eine gute Sache. Da hätte man sagen können, OK, zack, jetzt hier die neue Regierung, die macht jetzt hier, die ändert die Richtung und so weiter. Er war involviert und er war an der Stelle, war richtig wütend und sagte so, das war völlige Zeitverschwendung. Die haben sich ja zusammengesetzt und haben, die haben die wesentlichen Punkte noch nicht mal berührt quasi. Und die Konsequenz davon ist, wenn bis jetzt die jetzt die neue sort of neue Regierung sich jetzt noch nicht committed hat zu einem bestimmten Ziel in dieser Legislaturperiode, also in den nächsten drei Jahren. Also wenn das jetzt nicht schon irgendwo stehen würde, dann wird es in den nächsten drei Jahren auch nicht mehr passieren. Und da sage ich jetzt mal, um mal kurz so einen kleinen Mini Pessimismus rauszuhauen, da wird die nächste Wahl aber überraschend ausgehen für alle Leute, die glauben, dass wir hier noch Mehrheitsverhältnisse wie in den ERN haben.
Sprich, wenn wir es nicht jetzt eintüten und jetzt, jetzt, jetzt, jetzt, dann haben wir gar keine Möglichkeit mehr dazu. Die nächste Regierung wird keine Mehrheit mehr dafür haben.
Möglicherweise.
[00:28:11] Speaker A: Ja, ich gebe euch noch mal gerade so mein Fazit aus der ganzen Nummer. Du hast ja eben, bevor wir vielleicht zu dem KI Thema kommen, ich mag das nicht, sich so über was zu empören und dann danach so normal weiterzumachen. Ich habe die ganze Zeit tatsächlich bei dem Vortrag versucht, die Gegenargumente zu suchen und die Punkte zu suchen, deswegen habe ich das auch gerade so angebracht.
Trotzdem blieb mein Fazit Ne, ist ernst, ist gar nicht cool. Also obwohl ich vieles versucht habe zu relativieren und zu sagen, na ja, klar, die Theorie, aber ist es in der Praxis wirklich schon so?
Ne, es bleibt dabei. Es ist ein Problem, was im schlimmsten Fall potenziell demokratiegefährdend ist und das, also könnte man auch noch mal eine eigene Folge drüber machen. Aber dass eine nach der gescheiterten Bundesregierung jetzt vor kurzem die neue Bundesregierung nicht viel mehr als sechs Monaten an irgendwelchen Rentenplänen jetzt schon wieder scheitert, das liegt ja auch nicht daran, dass wir nur noch doofe Politiker wählen. Das liegt unter anderem auch tatsächlich an genau dem medialen Druck von außen. Und keiner kann da mehr politisch in Ruhe arbeiten und irgendwas aufbauen, weil immer eine Meinungspluralität von allen Seiten auf die guten Politiker einhagelt.
[00:29:25] Speaker C: Ja, sehr richtig. Jetzt muss ich aber noch mal sagen, was kann man denn machen? Also was heißt denn das? Wir müssen daran eigentlich, Also mir fällt es ein bisschen schwer, jetzt da auch was zu sagen, außer dass man die richtige Partei wählen muss. Aber ich mein, das war ja jetzt gerade Also wir müssen auf die Straße oder was muss passieren?
[00:29:46] Speaker A: Die schlechte Nachricht ist also jetzt zu Naja, ich lösche mein Amazon Konto oder ich gehe nicht mehr auf YouTube oder ich preise mich selbst nicht mehr auf LinkedIn an, das alleine bringt nichts. Also das ist nicht das, was irgendwas bringt. Das hat er auch ganz klar gesagt. Natürlich verkauft er sein Buch weiterhin auf Amazon, weil sonst würde er keine Bücher verkaufen. Und schöner Satz, den er gesagt hat, ist, nutzt die Plattform, um sie von innen zu zerstören. Kann man sehr abstrakt jetzt in alle möglichen Richtungen sehen. Ich habe mich ja auch schon mal auf LinkedIn, über LinkedIn aufgeregt, habe dann auch mir eingebildet. Ich habe dann weniger Klicks und Likes auf diesen Beitrag gekriegt, indem ich LinkedIn kritisiert habe. Weiß ich nicht. Eine andere Sache, die er gesagt hat, ist auf jeden Fall die Generation, die nach uns kommt, nämlich die Jugendlichen, die in diese digitale Welt so reingeboren sind und die er sagte, wenn wir irgendwie Revolutionen, Rebellionen hatten, dann oft von der jungen Generation, von den Hippies, von den Kriegsgegnern, von den Jungen, die nachkamen. Und das ist jetzt hier gar nicht, weil wir haben eine junge Generation, die komplett in diesem Sumpf von Social Media steckt und da muss sehr viel Aufklärung gemacht werden und die Leute, die Kinder, die Jugendlichen von Anfang an irgendwie mitgenommen, aufgeklärt und aktiviert werden. Wo er übrigens auch einige Projekte vorgestellt hat, die wir vielleicht einfach mal verlinken sollten, dass man sich da noch weiter informieren kann. Ich weiß nicht, ob die dann auch bei uns auf der Webseite mit stehen, wenn da wird. Auf jeden Fall wird man sich informieren können auf GMKI.
[00:31:22] Speaker C: Christian, hast du noch was zu sagen, was konkret gemacht werden kann?
[00:31:27] Speaker B: Mir schlägt die Depression gerade wieder durch.
[00:31:29] Speaker C: Ja, hier auch.
[00:31:30] Speaker A: Dann lass uns doch mal anfangen zu philosophieren, was ich glaube, es gab so.
[00:31:34] Speaker B: Ich hatte noch einen coolen irgendwie, der meinte so, naja, also wenn man sich das jetzt mit so, keine Ahnung, feudale Systeme zur Zeit der französischen Revolution vergleicht und sagt so, ja, da war halt das Management durch das Königstum war halt am Ende nicht mehr gut für die Bevölkerung und das hat zu Leid in der Bevölkerung geführt. Okay. Und dann haben die Leute sich versucht, untereinander zu helfen. Das ist ein bisschen das, was wir hier gerade machen. Man trifft sich, man redet drüber und man teilt die Lebensmittel, man versucht sich zusammenzustehen und so weiter. Davon verschwindet aber kein König. Und er meinte halt, am Ende des Tages müssen Leute die Bastille stürmen und den König vertreiben, um ein anderes System zu installieren. Er hat jetzt nicht, er hat jetzt nicht zum Bürgerkrieg aufgerufen, aber er meinte nur mit lass uns mal drüber reden und dann wird das schon alles irgendwie wird es nicht getan sein. Das heißt, man muss wirklich, also habe ich es interpretiert, man muss wirklich die Einflussnahme auf die politischen Entscheider, das muss eine ganz andere Priorität bekommen. Also einfach auf die nächste Bundestagswahl zu warten und zu hoffen, dass dann schon bestimmt irgendwie irgendwas passiert, ist kompletter Bullshit. Das werden wir, das werden wir bereuen und das werden wir auch schwer nicht unseren Enkeln erklären können, hundertprozentig die Stimmung mal so ein bisschen zu heben.
[00:32:52] Speaker C: Jetzt positive Note. Was hat er denn in Bezug auf KI gesagt? Also ich meine, ich hätte ja die Frage gehabt, ich weiß nicht, ob die, er hat gesagt, ihr hattet ja genug Fragen, ich hatte mir auch ein paar überlegt und eine Frage davon war, hat er denn aufgezeigt, wie KI denn zum Beispiel, also KI ist ja jetzt im Prinzip auf der anderen Seite, aber kann denn KI auch dabei helfen, diese Monopole aufzubrechen oder Aufklärung zu leisten und solche Sachen? Gab es dazu eine Antwort?
[00:33:22] Speaker B: Das Thema KI wurde natürlich an verschiedenen Stellen berührt, aber da fand ich die Diskussion generell wach. Das kam auch eher aus dem Publikum. Es ist jetzt nicht sein Hauptthema.
[00:33:33] Speaker A: Ja, vielmehr noch war die Argumentation eigentlich klar, KI ist ein großes Thema, aber aus medienwissenschaftlicher Sicht, aus seiner Sicht nichts Neues, weil es im Grunde einfach eine Weiterführung dessen ist, was er die ganze Zeit schon beschrieben hat ohne KI. Und jetzt kommt KI dazu, wird noch mehr Aufmerksamkeit ansaugen, fesseln und kann natürlich auch mit großer Wahrscheinlichkeit von den großen Konzernen, von den Googles und Metas und Access dieser Welt, Im Grunde hast du das gleiche Problem. Du hast eine Idee von einer, einer guten Technologie, die genauso offen und für alle und alle besser verstehen und alle besser informieren kann. Aber wenn es wieder nur die gleichen Monopolisten sind, dann verstärkst du eigentlich das, was er die letzten Jahre beobachtet hat, umso mehr Brandbeschleuniger.
[00:34:26] Speaker B: Da ist ein Feuer, was schon wirklich bedrohlich nah an unser Haus rangekommen ist und jetzt schütten wir da noch mal ordentlich Benzin rein.
[00:34:33] Speaker A: AI wiederum ist ein Riesending, was wir alle sehen und was auch sehr, sehr viel in der Politik in Deutschland vielleicht sogar noch viel weniger, aber auch woanders gesehen wird. Wenn jetzt KI so groß wird, dass was er und seine Social Media Kritik nicht geschafft haben, dann vielleicht ankommt. Und wir sagen, ja, wir fangen jetzt an, große Rechenzentren in Europa zu bauen und ja, wir sind ein paar Jahre hinterher, aber irgendwann läuft eine europäische KI, das, was wir nicht geschafft haben, ein europäisches Social Network zu machen. Deswegen war auch meine Frage, Warum können die Öffentlich Rechtlichen da nicht helfen? Die haben also 9 irgendwas Milliarden jährlich alleine. Stell dir mal vor, du würdest 9 irgendwas Milliarden in ein besseres Angebot stecken, soziales Netzwerk, wo ganz Europa drinsteckt, dann kannst du noch mehr Gelder einsammeln aus den anderen Ländern. Werbefrei. Werbefrei ist schon für mich per se ein besseres Angebot, Aber gut, dann kommt wieder die Politik ins Spiel und der Rundfunk, Medienstaatsvertrag und die unfassbar vielen veränderten Medienmacher diesen Rundfunkbeitrag auffressen und dieser Nichtwille, den Auftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunks, nämlich unabhängige Meinung auf eine moderne Welt umzuschreiben.
[00:35:53] Speaker B: Ich fand, das war dein Punkt, glaube ich. Du hast ihn danach gefragt. Ich hatte das gefragt, ich fand das darauf angesprungen, fand ich, war nicht genug Zeit. Ich fand den Punkt aber super gut. Also wenn uns irgendwer hier rausholen könnte, so wie du es jetzt auch gerade beschrieben hast, meiner Meinung nach, dann könnte.
[00:36:09] Speaker A: Man darauf gehen, ein vollkommen unabhängiges Medium, staatsunabhängig, werbeunabhängig, mit fast 10 Milliarden jährlichem Budget.
[00:36:18] Speaker B: Ja, und wenn man dann noch hier die anderen, hier die Punkte, die wir eben mal kurz an die Wand geworfen haben oder die er dann gestern da gebracht hat und die auch im Buch stehen, wenn man das halt auch macht, also in die Haftung nimmt und es verhindert, dass Konsumenten da eingeschlossen werden und dann steht daneben auf einmal ein qualitativ hochwertiges, werbefreies System, was quasi dann aus der Gesellschaft heraus finanziert wird und nicht von irgendwelchen Konzernen, die dann am Ende auch nur Produkte verkaufen wollen, dann glaube ich, also ich fand den Punkt sehr gut.
Da war für die, die jetzt natürlich nicht dabei waren gestern, er hatte dazu nur einen interessanten Punkt gebracht, der mir auch nicht so klar war. Der meinte halt, die historische Erfahrung der Deutschen ist halt, dass die Gefahr für die Willensbildung über Medien vom Staat ausgeht, halt Nazi Diktatur Die reißen die Medien an sich, schalten die gleich und dann schwupp ist die Bevölkerung verjocht sozusagen und manipuliert. Und darauf ist Deutschland ausgelegt in jeder Ritze logischerweise. Das heißt dieser, wie heißt der Rundfunkstaatsvertrag irgendwie, der ist, der ist so unglaublich kompliziert konzipiert und die Bundesländer und dann gibt es ja Anstalten und dies und das wahnsinnig komplex. Da kann, da kann überhaupt keiner mal eben hingehen und sagen, so und jetzt routen wir die 10 Milliarden mal um und machen jetzt mal hier unser eigenes Ding, weil das Ding ist so ausgelegt, dass das möglichst möglichst robust gegen Veränderungsversuche ist, aus der historischen Erfahrung heraus. Jetzt ist nur blöd, dass der Staat gar nicht mehr der Böse ist, sondern das System ist jetzt quasi so schwach gegen Veränderung, kann also entsprechend auch nicht innovieren, was damals in den ERN irgendwie cool war, aber jetzt uns quasi auf die Füße fällt. Fand ich auch einen interessanten Aspekt, fand ich cool, aber leider doof.
[00:38:05] Speaker C: Also da muss ich auch noch mal sagen, dass viele Verschwörungstheoretiker oder Leute grundsätzlich, mit denen ich ins Gespräch komme, da ist viel genau dieses Sentiment, dass der Staat der Böse ist und vom Staat geht die Gefahr aus und das muss verstanden werden, dass das, dass das eben nicht der Fall ist, genau wie du das gerade dargestellt hast.
[00:38:29] Speaker A: Aber in dem Beispiel ist der Staat tatsächlich ein Einstein Mann mit Krückstock und noch so einer Fußfessel, mit so einer Stahlkugel dran, also wirklich nichts mehr. Der könnte so böse sein, wie er wollte, das wäre keine Gefahr mehr.
[00:38:39] Speaker B: Und der Staat, der ist nur dann ein Problem, wenn der nicht mehr digital, sorry, wenn der nicht mehr demokratisch legitimiert ist. Also solange wir darüber entscheiden, was der Staat macht und darf, ist alles schick.
Doof ist es nur halt, wenn das nicht mehr der Fall ist. Und lustigerweise laufen wir auf den Punkt zu. Ja genau, jetzt laufen aber auf den Punkt zu, dass das eben nicht mehr gewährleistet ist und da wird es dann.
[00:39:03] Speaker A: Doof, aus dem Ganzen positiv rauszugehen. Also diese Idee, wir wollten ja auf KI auch gehen und ich fand, das war an dem Abend, in dem bisschen KI, was rauskam, gab es eigentlich diese zwei Ideen. Entweder KI macht das Ganze noch viel schlimmer oder aber KI sorgt auch dafür, dass wir zum Beispiel bald technisch gar keine Hürden mehr haben, um eigene Netzwerke, eigene Angebote zu schaffen. Das wird immer niederschwelliger, eigene Programme und Angebote zu machen wollen wir versuchen mit diesem positiven Gedanken, KI könnte uns helfen, alles besser zu machen, aus dieser Folge rauszukommen.
[00:39:37] Speaker B: 100 Prozent.
[00:39:38] Speaker A: Also noch mal zurück, Martin Andre hat erzählt, wie sehr er sich da irgendwie die Zähne abknirscht an Politik und an Wirtschaft, weil die alle sagen, ja, aber ne, aber wir haben unsere eigenen Probleme, KI wird alle betreffen und mit KI werden sich noch mehr Leute beschäftigen müssen. Und auch jetzt finde ich schon die Diskussion, wir brauchen europäische Rechenzentren, wir brauchen ein europäisches Modell, die ist jetzt schon größer als der Ruf nach einem unabhängig freien europäischen Social Network.
[00:40:05] Speaker B: Also du meinst jetzt den Schwung oder die Disruption, die durch KI kommt und die uns zwingt, gesellschaftlich darauf zu reagieren, direkt zu nutzen, um hier das Thema Social Media mit zu adressieren.
[00:40:18] Speaker A: Genau. Im besten Fall ist KI der Besen, der das Problem Social Media gleich mit wegkehrt.
[00:40:23] Speaker B: Herrlich.
[00:40:24] Speaker C: Ja, und wir müssen genau wie wir vorhin gesagt haben, aus diesen Social Media Networks raus und mit Gehilfe der KI die neuen Medien sozusagen erschaffen.
Das wäre doch ein guter Startpunkt.
[00:40:39] Speaker A: Genau. Und dann ist noch die stille und leise Hoffnung, die ich ja schon öfter geäußert habe, dass KI Slop, also diese unzähligen nutzlosen KI Videos, die man eigentlich gar nicht sehen will, dass das der letzte Sargnagel in dem alten Social Media System, wie wir es kennen, ist, weil keiner mehr Bock hat, durch stundenlanges TikTok scrollen nur noch fliegende Pandabären und was weiß ich nicht was alles zu sehen, die gar nicht echt sind. Mir geht's so, mir geht's so, ich hab Instagram mehr, ich habe mir selbst TikTok verboten und LinkedIn ist aller schlimmsten, das habe ich ja schon öfter gesagt.
[00:41:15] Speaker B: So, wenn das jetzt kein Schlusswort war, Hannes, dann weiß ich es nicht. Also müsste ich jetzt ChatGPT befragen, wie man ein besseres hinbekommt.
[00:41:20] Speaker A: Ja, dann nehmen wir das, rufen noch mal dazu auf, natürlich nächste Woche wieder einzuschalten, wenn wir eben genauso spannend weiter diskutieren, sich zu informieren auf gmki.org zur nächsten Veranstaltung. Gefälligst nach Köln zu kommen, in den Mediapark höchstwahrscheinlich und dran zu bleiben und natürlich uns zu schreiben, das muss man auch immer sagen. Podcastmki org. Und damit möchte ich die Folge jetzt beenden. Herzlichen Dank euch beiden.